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PSA im Garten- und Landschaftsbau

Maschinen, Gelände, Wetter, Verkehr

Garten- und Landschaftsbau: Geräte und Material an einem Anhänger
Garten- und Landschaftsbau: typisches Arbeitsumfeld. (Symbolbild, KI-generiert)

Kurz gesagt

Im Garten- und Landschaftsbau richtet sich die Ausrüstung nach der Maschine: Freischneider und Heckenschere verlangen Augen- und Gehörschutz, die Kettensäge zusätzlich Schnittschutz nach EN ISO 11393-2. Am Boden sorgen Sicherheitsschuhe der Klasse S3 für Profil und Durchtrittschutz, an der Straße kommt Warnschutz dazu.

Kaum ein Beruf wechselt so oft die Gefährdung: vormittags Pflanzarbeiten, mittags Freischneider, nachmittags Ladearbeiten am Straßenrand. Die Ausrüstung muss diesen Wechsel mitmachen.

Das Arbeitsumfeld

  • unebener, oft nasser Grund
  • handgeführte Maschinen mit hoher Drehzahl
  • Steine und Äste als Wurfgeschosse
  • Arbeiten im öffentlichen Verkehrsraum

Gefährdung, Ausrüstung, Norm

GefährdungZoneAusrüstungNorm
Wegschleudern von Steinen und ÄstenAugen und GesichtSchutzbrille oder Visier
Lärm von Freischneider und HäckslerGehörGehörschutz nach Pegel
KettensägenarbeitBeineSchnittschutzhose, Klasse nach KettengeschwindigkeitEN ISO 11393-2
Unebener Grund, Nässe, spitze GegenständeFüßeSicherheitsschuh mit Profil und DurchtrittschutzEN ISO 20345
Arbeiten am StraßenrandOberkörperWarnschutzkleidungEN ISO 20471
Dornen, Späne, scharfe KantenHändeSchutzhandschuhe gegen Schnitt und AbriebEN 388

Welche Schutzklasse am Schuh

Üblich ist S3: Nässe, Profil und Durchtrittschutz decken den Alltag ab; bei Kettensägenarbeit zusätzlich Schnittschutz am Schuh, im Winter CI. Welche Klasse im Betrieb gilt, legt die Gefährdungsbeurteilung fest.

Werkzeug

Wähle aus, was an deinem Arbeitsplatz vorkommt – das Werkzeug ordnet die passende Klasse nach EN ISO 20345:2022 zu.

Sicherheitsschuh-Finder öffnen

Worauf es in diesem Umfeld ankommt

Der Freischneider ist die unterschätzte Maschine. Das Schneidwerkzeug wirft Steine mit hoher Geschwindigkeit, und zwar flach. Eine Schutzbrille schützt das Auge, gegen Treffer im Gesicht hilft nur ein Visier, und gegen die Beine hilft festes Schuhwerk plus Abstand.

Bei der Kettensäge gelten dieselben Anforderungen wie im Forst. Für das gelegentliche Zurückschneiden reicht keine robuste Arbeitshose, dort ist Schnittschutz Pflicht, sobald der Betrieb die Gefährdung ausweist.

Warnschutz wird hier oft vergessen, weil die Arbeit im Grünen stattfindet. Sobald Fahrzeuge am Arbeitsplatz vorbeifahren oder der Anhänger halb auf der Straße steht, ist er Thema.

Kleidung im Alltag

Bei nasser Vegetation zählt Regenschutz mehr als Kälteschutz. Eine atmungsaktive Jacke mit Kapuze, die unter dem Helm sitzt, verhindert das Auskühlen bei Dauernässe.

Enge Ärmel und geschlossene Manschetten sind bei laufenden Maschinen kein Detail: Was flattert, kann erfasst werden.

Was oft schiefgeht

Der häufigste Fehler ist der Gehörschutz, der im Fahrzeug liegt, weil die Arbeit angeblich nur zehn Minuten dauert. Lärmschwerhörigkeit entsteht aus Summe, nicht aus einzelnen Ereignissen.

Der zweite Fehler ist die Schutzbrille mit alter, zerkratzter Scheibe. Sie streut Licht, wird deshalb abgesetzt und schützt dann gar nicht mehr.

Unterweisung und Ausbildung

Für Motorsägenarbeit gilt auch hier die Ausbildungspflicht im betrieblichen Einsatz. Für Freischneider, Häcksler und Vertikutierer gibt es Unterweisungen anhand der Betriebsanleitung, die meist unterschätzt werden.

Wer am Straßenrand arbeitet, braucht zusätzlich die Unterweisung zur Verkehrssicherung, inklusive Aufstellung von Absperrungen und Sichtbarkeit beim Rangieren mit dem Anhänger.

Worauf du beim Kauf achtest

Stimme die Ausrüstung auf den Maschinenpark ab. Wer Freischneider, Heckenschere und Kettensäge im Anhänger hat, braucht Gehörschutz und Visier für alle drei und Schnittschutz nur für die Säge. Ein Kombigerät aus Helm, Visier und Kapselgehörschutz deckt den Wechsel ab.

Beim Schuh lohnt der Blick auf die Sohle. Im Gelände zählt ein grobes Profil mehr als jede zusätzliche Kennzeichnung, und bei Hangarbeit ist Halt wichtiger als Gewicht.

Denke Warnschutz von Anfang an mit. Sobald der Anhänger am Straßenrand steht, arbeitest du im Verkehrsraum, und dann ist die Frage nicht, ob Warnschutz nötig ist, sondern welche Klasse.

Pflege und Austausch

Harz, Saft und Erde setzen sich in Nähten fest. Kleidung nach der Schicht ausklopfen und nicht feucht im Fahrzeug lassen, sonst leiden Nähte und Beschichtungen.

Gehörschutz-Dichtkissen werden regelmäßig gereinigt und nach Herstellerangabe ersetzt. Harte, ausgetrocknete Kissen dichten nicht mehr ab und senken die Dämmwirkung deutlich.

Schutzkleidung oder Berufskleidung?

Trägt ein Kleidungsstück eine Schutznorm, ist es persönliche Schutzausrüstung: Der Betrieb stellt sie und trägt die Kosten (§ 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz). Ohne geprüfte Schutzfunktion ist es Berufskleidung, dann zählen Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Quellen

Häufige Fragen

Brauche ich für den Freischneider eine Schnittschutzhose?

Nein, der Schnittschutz nach EN ISO 11393-2 gilt für Kettensägen. Für Freischneider sind Augen- und Gehörschutz sowie festes Schuhwerk entscheidend.

Welche Schuhklasse im GaLaBau?

Üblich ist S3 wegen Nässe, Profil und Durchtrittsgefahr. Bei Kettensägenarbeit kommt Schnittschutz am Schuh dazu.

Wann ist Warnschutz nötig?

Sobald im öffentlichen Verkehrsraum oder neben fahrenden Fahrzeugen gearbeitet wird. Die Klasse legt die Gefährdungsbeurteilung fest.

Weitere Berufsumfelder