Berufe

PSA für Maler und Lackierer

Lösemittel, Staub, Leitern, Über-Kopf-Arbeit

Maler und Lackierer: leerer Raum mit Abdeckung, Farbeimer und Leiter
Maler und Lackierer: typisches Arbeitsumfeld. (Symbolbild, KI-generiert)

Kurz gesagt

Bei Malern und Lackierern kommen drei Gefährdungen zusammen: Gefahrstoffe aus Farben und Lacken, Staub beim Schleifen und die Arbeit auf Leitern. Dagegen stehen Chemikalienschutzhandschuhe nach EN ISO 374-1, Atemschutz mit dem passenden Filter, Schutzbrille und Schuhe mit gutem Halt auf Sprossen.

Der Kittel schützt die Kleidung, nicht die Gesundheit. Was in diesem Beruf zählt, entscheidet sich bei Handschuh, Filter und Standfestigkeit auf der Leiter.

Das Arbeitsumfeld

  • Farben, Lacke, Verdünner und Reinigungsmittel
  • Staub beim Schleifen von Spachtel und Altanstrich
  • Arbeiten über Kopf an Decken
  • ständiger Wechsel zwischen Leiter, Podest und Boden

Gefährdung, Ausrüstung, Norm

GefährdungZoneAusrüstungNorm
Hautkontakt mit LösemittelnHändeChemikalienschutzhandschuh, Typ nach PrüfchemikalieEN ISO 374-1
Einatmen von DämpfenAtemwegeAtemschutz mit Gasfilter, Typ nach Stoff
SchleifstaubAtemwegePartikelfilternde Halbmaske
Spritzer beim Rollen und SprühenAugenSchutzbrille oder Korbbrille
Abrutschen auf LeitersprossenFüßeSchuh mit Halt auf Sprossen, Kennzeichen LGEN ISO 20345

Welche Schutzklasse am Schuh

Üblich ist S1 oder S1P, außen S3: trockene Innenräume ohne schwere Lasten; auf Baustellen mit Nässe und Schutt S3, bei viel Leiterarbeit lohnt das seit 2022 eigene Kennzeichen LG. Welche Klasse im Betrieb gilt, legt die Gefährdungsbeurteilung fest.

Werkzeug

Wähle aus, was an deinem Arbeitsplatz vorkommt – das Werkzeug ordnet die passende Klasse nach EN ISO 20345:2022 zu.

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Worauf es in diesem Umfeld ankommt

Der richtige Handschuh hängt am Produkt, nicht am Beruf. Welche Chemikalie wie lange abgehalten wird, steht im Sicherheitsdatenblatt und in der Herstellerinformation des Handschuhs als Durchbruchzeit. Ein Nitrilhandschuh, der gegen Verdünner gut ist, kann bei einem anderen Mittel schnell durchlassen.

Beim Atemschutz entscheidet der Filtertyp: Gasfilter gegen Dämpfe, Partikelfilter gegen Staub, Kombinationsfilter für beides. Ein Staubfilter hilft gegen Lösemitteldämpfe nicht.

Leiterarbeit ist die häufigste Absturzursache im Malerhandwerk. Wo länger oder höher gearbeitet wird, ist ein Podest oder ein Gerüst die richtige Antwort und nicht besseres Schuhwerk.

Kleidung im Alltag

Weiße Kleidung ist im Malerhandwerk Tradition und praktisch zugleich: Spritzer fallen sofort auf. Eine Schutzfunktion hat sie nicht. Wo mit Sprühgeräten gearbeitet wird, kommt Einwegschutzkleidung dazu, damit Aerosole nicht in die Alltagskleidung ziehen.

Kopfbedeckung ist beim Arbeiten über Kopf kein Luxus. Farbe im Haar ist lästig, Farbe im Auge ist ein Arbeitsunfall.

Was oft schiefgeht

Der häufigste Fehler ist der Einweghandschuh für alles. Dünne Nitrilhandschuhe schützen vor Verschmutzung, aber nur begrenzt vor Lösemitteln, und ihre Durchbruchzeit ist kurz.

Der zweite Fehler ist der Filter ohne Wechselrhythmus. Gasfilter sättigen sich, auch wenn sie äußerlich unverändert aussehen. Geruch im Maskeninneren ist bereits ein Alarmzeichen, kein Hinweis auf den richtigen Zeitpunkt.

Unterweisung und Ausbildung

Wer mit Gefahrstoffen arbeitet, wird anhand der Betriebsanweisung unterwiesen, und die stützt sich auf die Sicherheitsdatenblätter der eingesetzten Produkte. Dort steht auch, welcher Handschuh und welcher Filter gefordert sind.

Hautschutzplan und Pausenregelung gehören dazu. Feuchtarbeit unter dichten Handschuhen belastet die Haut ähnlich stark wie die Lösemittel selbst.

Worauf du beim Kauf achtest

Kaufe den Handschuh nach dem Produkt, nicht nach dem Beruf. Nimm das Sicherheitsdatenblatt des meistgenutzten Mittels, such im Handschuh-Datenblatt die Durchbruchzeit für genau diesen Stoff und entscheide danach. Ein Handschuh, der bei Verdünner gut ist, kann bei Beize versagen.

Beim Atemschutz lohnt eine Halbmaske mit Wechselfiltern, sobald du regelmäßig mit Lösemitteln arbeitest. Einweg-Masken sind für Staub gedacht; gegen Dämpfe brauchst du einen Gasfilter, und den gibt es nur an einer Maske mit Anschluss.

Bei der Brille entscheidet der Beschlagschutz über die Nutzung. Eine Brille, die nach zwei Minuten blind ist, wird abgesetzt. Belüftete Modelle oder eine Beschichtung gegen Beschlag sind deshalb kein Luxus, sondern die Voraussetzung dafür, dass sie überhaupt getragen wird.

Pflege und Austausch

Chemikalienschutzhandschuhe werden nicht gewaschen, sondern gewechselt, weil sich Rückstände im Material halten. Nach dem Einsatz gehören sie entsorgt, nicht in die Hosentasche.

Filter werden trocken und verschlossen gelagert. Ein offen im Werkzeugkoffer liegender Gasfilter zieht Stoffe aus der Umgebung und ist beim nächsten Einsatz schon teilweise gesättigt.

Schutzkleidung oder Berufskleidung?

Trägt ein Kleidungsstück eine Schutznorm, ist es persönliche Schutzausrüstung: Der Betrieb stellt sie und trägt die Kosten (§ 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz). Ohne geprüfte Schutzfunktion ist es Berufskleidung, dann zählen Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Häufige Fragen

Welche Handschuhe brauche ich als Maler?

Das hängt vom Produkt ab. Sicherheitsdatenblatt und Herstellerinformation nennen Material und Durchbruchzeit; danach richtet sich der Handschuh nach EN ISO 374-1.

Reicht eine Staubmaske beim Lackieren?

Nein. Gegen Lösemitteldämpfe braucht es einen Gasfilter, gegen Staub einen Partikelfilter, für beides einen Kombinationsfilter.

Was bedeutet LG am Sicherheitsschuh?

Die Kennzeichnung steht seit der Fassung 2022 für geprüften Halt auf Leitersprossen.

Weitere Berufsumfelder