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PSA im SHK-Handwerk

Hartlöten in Zwangshaltung, fremde Wohnungen

Sanitär, Heizung, Klima: Monteur mit Knieschutz an einer Heizungsinstallation
Sanitär, Heizung, Klima: typisches Arbeitsumfeld. (Symbolbild, KI-generiert)

Kurz gesagt

Im SHK-Handwerk treffen drei Dinge zusammen, die sonst getrennt auftreten: Arbeiten auf den Knien, offene Flamme beim Hart- und Weichlöten und wechselnde Baustellen in bewohnten Gebäuden. Typisch sind deshalb Knieschutz, Handschuhe mit Prüfung gegen Kontaktwärme, Sicherheitsschuhe S3 oder S1P, Schutzbrille und bei Altinstallationen Atemschutz.

Der Monteur, der eine Therme wechselt, kniet im Bad, lötet über Kopf und steht eine Stunde später im nächsten Haus. Eine Schweißer-Vollmontur ist hier nicht praktikabel, Hitzeschutz braucht er trotzdem. Genau diese Kombination macht die Ausrüstung im SHK-Handwerk besonders.

Das Arbeitsumfeld

  • offene Flamme beim Hart- und Weichlöten
  • Arbeiten kniend und über Kopf in engen Schächten
  • wechselnde Baustellen in bewohnten Gebäuden
  • Altinstallationen mit Mineralwolle und unbekannten Dämmstoffen

Gefährdung, Ausrüstung, Norm

GefährdungZoneAusrüstungNorm
Kontaktwärme und Funken beim LötenHändeHandschuhe mit Prüfung gegen thermische RisikenEN 407
Knien auf Fliese, Estrich und RohrleitungenKnieKnieschutz, umschnallbar oder in der HosentascheEN 14404
Herabfallende Armaturen, Rohre, HeizkörperFüßeSicherheitsschuh S3 oder S1P mit DurchtrittschutzEN ISO 20345
Späne beim Trennen, Spritzer beim EntleerenAugenSchutzbrille mit Seitenschutz—
Alte Mineralwolle, Bohrstaub im BestandAtemwegePartikelfilternde Halbmaske nach Gefährdungsbeurteilung—
Scharfe Kanten an Blech und RohrHändeMontagehandschuh mit SchnittschutzstufeEN 388

Welche Schutzklasse am Schuh

Üblich ist S3 oder S1P: Durchtrittschutz ist der eigentliche Punkt, weil auf Rohbaustellen Schrauben und Blechreste liegen; S3 kommt dazu, wenn der Keller nass ist oder im Freien gearbeitet wird. Welche Klasse im Betrieb gilt, legt die Gefährdungsbeurteilung fest.

Werkzeug

Wähle aus, was an deinem Arbeitsplatz vorkommt – das Werkzeug ordnet die passende Klasse nach EN ISO 20345:2022 zu.

Sicherheitsschuh-Finder öffnen

Worauf es in diesem Umfeld ankommt

Beim Löten liegt die Gefährdung nicht in der Flamme selbst, sondern in der Kontaktwärme am erhitzten Rohr. Ein Handschuh nach EN 388 allein reicht dafür nicht; nötig ist die Prüfung gegen thermische Risiken nach EN 407, und dort zählt der Buchstabe für Kontaktwärme, nicht die Gesamtzahl.

Ein Lötschutzhandschuh ist dick und nimmt Fingerspitzengefühl. Deshalb wird im Handwerk oft gewechselt: Montagehandschuh für das Vorbereiten, Hitzeschutzhandschuh für den Lötvorgang. Beides in einem Handschuh zu suchen, führt meist dazu, dass gar keiner getragen wird.

In bewohnten Gebäuden endet die Ausrüstung nicht an der eigenen Person. Funkenflug, heiße Rohre und Brandlasten im Bestand sind der Grund, warum Heißarbeiten eine Erlaubnis und eine Brandwache brauchen können.

Kleidung im Alltag

Mischgewebe mit hohem Polyesteranteil ist an der Lötstelle die falsche Wahl, weil Polyester schmilzt und auf der Haut haften bleibt. Wer regelmäßig lötet, trägt Baumwolle oder eine flammhemmend ausgerüstete Hose.

Knietaschen sind nur dann sinnvoll, wenn auch Pads drin sind. Eine leere Knietasche sammelt Fliesenreste und ist dann schlimmer als keine.

Was oft schiefgeht

Der häufigste Fehler ist der Montagehandschuh am heißen Rohr. Er ist nicht gegen Kontaktwärme geprüft, und eine beschichtete Handfläche kann bei Hitze weich werden.

Der zweite ist der Verzicht auf Knieschutz, weil es ja nur fünf Minuten sind. Die Schädigung am Schleimbeutel entsteht nicht in fünf Minuten, sondern aus der Summe über Jahre.

Unterweisung und Ausbildung

Unterwiesen wird zu Heißarbeiten: Brandlasten entfernen, Erlaubnisschein, Nachkontrolle. Dazu die Handschuhfrage, welcher Handschuh wofür.

Beim Arbeiten im Bestand gehört die Frage nach alten Dämmstoffen in die Unterweisung, weil sie über den Atemschutz entscheidet.

Worauf du beim Kauf achtest

Beim Hitzeschutzhandschuh entscheidet der Kontaktwärme-Wert und die Stulpenlänge, nicht der Preis. Über Kopf gelötet, läuft die Wärme in den Ärmel.

Beim Schuh ist S1P der Alltagsfall im Bestand, S3 der Fall auf dem Rohbau und draußen. Ein Modell für beides spart selten Geld.

Pflege und Austausch

Lederhandschuhe gegen Hitze werden hart, wenn sie nass werden und zu schnell trocknen. Sie gehören nicht auf die Heizung.

Knieschoner werden regelmäßig auf eingedrückte Steinchen kontrolliert; sie wirken sonst wie ein Dorn statt wie eine Polsterung.

Schutzkleidung oder Berufskleidung?

Trägt ein Kleidungsstück eine Schutznorm, ist es persönliche Schutzausrüstung: Der Betrieb stellt sie und trägt die Kosten (§ 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz). Ohne geprüfte Schutzfunktion ist es Berufskleidung, dann zählen Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Häufige Fragen

Welcher Handschuh zum Hartlöten?

Einer mit Prüfung gegen thermische Risiken nach EN 407, mit ausreichendem Wert für Kontaktwärme und langer Stulpe. Ein reiner Montagehandschuh nach EN 388 genügt nicht.

Reicht S1P im SHK-Handwerk?

Auf trockenen Baustellen im Bestand meist ja. Wo es nass ist oder im Freien gearbeitet wird, ist S3 die richtige Wahl.

Brauche ich Knieschutz, wenn die Hose Knietaschen hat?

Die Taschen nützen nur mit eingelegten Pads. Ohne Pads ist der Schutz null.

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