Berufe

PSA in der Kältetechnik

Kältemittel, Kühlraum, enge Maschinenräume

Kälte- und Klimatechnik: Arbeit an einer Kälteanlage
Kälte- und Klimatechnik: typisches Arbeitsumfeld. (Symbolbild, KI-generiert)

Kurz gesagt

In der Kältetechnik kommen drei Dinge zusammen, die sonst getrennt auftreten: Kälteschutz für die Arbeit im Kühlraum, Schutz vor Kältemittel an Haut und Augen, und bei bestimmten Anlagen Atemschutz. Dazu Sicherheitsschuhe S3 und Handschuhe mit Prüfung gegen Kälte.

Ein austretendes Kältemittel ist in Sekunden extrem kalt. Was auf die Haut trifft, verursacht eine Erfrierung, die sich erst später zeigt, und ins Auge gelangt es, bevor man blinzeln kann. Deshalb ist die Schutzbrille hier kein Zubehör.

Das Arbeitsumfeld

  • Arbeiten im Kühl- und Tiefkühlraum
  • Umgang mit Kältemitteln unter Druck
  • enge Maschinenräume mit begrenztem Luftwechsel
  • Hartlöten an Rohrleitungen

Gefährdung, Ausrüstung, Norm

GefährdungZoneAusrüstungNorm
Kältemittel auf der HautHändeHandschuhe mit Prüfung gegen KälteEN 511
Kältemittel im AugeAugenDicht schließende Schutzbrille oder Korbbrille—
Aufenthalt im Kühl- und TiefkühlraumKörperKälteschutzkleidung mit IsolationskennwertEN 342
Sauerstoffverdrängung im MaschinenraumAtemwegeGaswarnung, Lüftung, im Notfall Atemschutz—
Hartlöten an RohrleitungenHändeHandschuhe mit Prüfung gegen KontaktwärmeEN 407
Schwere Bauteile, Verdichter, RohreFüßeSicherheitsschuh S3EN ISO 20345

Welche Schutzklasse am Schuh

Üblich ist S3, im Kühlraum mit CI: Im Maschinenraum zählen Durchtrittschutz und Wasserdichtigkeit, im Tiefkühlbereich kommt das Zusatzkürzel CI für die Kälteisolierung der Sohle dazu – wer auf minus zwanzig Grad kaltem Boden steht, merkt den Unterschied nach zehn Minuten. Welche Klasse im Betrieb gilt, legt die Gefährdungsbeurteilung fest.

Werkzeug

Wähle aus, was an deinem Arbeitsplatz vorkommt – das Werkzeug ordnet die passende Klasse nach EN ISO 20345:2022 zu.

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Worauf es in diesem Umfeld ankommt

Kälteschutz und Kontaktwärme in einer Schicht sind die Eigenheit dieses Berufs. Morgens wird im Tiefkühlraum gearbeitet, mittags am Rohr gelötet. Ein Handschuh für beides gibt es nicht; gefragt sind zwei Paare im Werkzeugkoffer.

Die Schutzbrille ist hier das Teil, das am häufigsten fehlt und am meisten verhindert. Flüssiges Kältemittel erreicht beim Entweichen sehr tiefe Temperaturen, und das Auge hat keine Schutzreaktion, die schnell genug wäre.

Im Maschinenraum geht es nicht nur um Giftigkeit, sondern um Verdrängung. Viele Kältemittel sind schwerer als Luft und sammeln sich am Boden; eine Gaswarnanlage und ausreichende Lüftung stehen deshalb vor jeder persönlichen Ausrüstung.

Kleidung im Alltag

Kälteschutzkleidung wird übergezogen, nicht durchgetragen. Wer sie den ganzen Tag anlässt, schwitzt im Maschinenraum und friert danach umso schneller.

Lange Ärmel beim Umgang mit Kältemittel sind sinnvoll, weil der Unterarm die Stelle ist, die beim Lösen von Verschraubungen am nächsten dran ist.

Was oft schiefgeht

Der häufigste Fehler ist das Ablassen von Kältemittel ohne Brille, weil es ja nur kurz dauert. Die Verletzung entsteht genau in dieser kurzen Zeit.

Der zweite ist der durchgeschwitzte Kälteschutz. Nasse Isolation wärmt nicht mehr, sie kühlt.

Unterweisung und Ausbildung

Unterwiesen wird zum Umgang mit dem jeweiligen Kältemittel anhand des Sicherheitsdatenblatts: Eigenschaften, Erste Hilfe bei Hautkontakt, Verhalten bei Austritt.

Dazu der Aufenthalt im Kühlraum: Aufenthaltsdauer, Türentriegelung von innen, Notruf.

Worauf du beim Kauf achtest

Beim Kälteschutzhandschuh auf die Prüfung nach EN 511 achten, nicht auf das Wort Thermo. Die Norm prüft Konvektions- und Kontaktkälte und die Wasserdichtigkeit getrennt.

Bei der Kälteschutzkleidung zählt der Isolationskennwert zusammen mit der geplanten Aufenthaltsdauer; dieselbe Jacke taugt für zehn Minuten Einlagern und nicht für zwei Stunden Montage.

Pflege und Austausch

Kälteschutzkleidung wird nach dem Einsatz getrocknet, nicht zusammengelegt im Fahrzeug gelagert; feuchte Isolation verliert ihre Wirkung.

Handschuhe mit Kälteprüfung werden ersetzt, sobald das Futter verklebt oder die Beschichtung rissig ist.

Schutzkleidung oder Berufskleidung?

Trägt ein Kleidungsstück eine Schutznorm, ist es persönliche Schutzausrüstung: Der Betrieb stellt sie und trägt die Kosten (§ 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz). Ohne geprüfte Schutzfunktion ist es Berufskleidung, dann zählen Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Häufige Fragen

Welche Handschuhe für Kältemittel?

Welche mit Prüfung gegen Kälte nach EN 511. Für das Hartlöten im selben Einsatz braucht es ein zweites Paar mit Prüfung gegen Kontaktwärme nach EN 407.

Warum eine Schutzbrille beim Ablassen?

Weil flüssiges Kältemittel beim Entweichen sehr tiefe Temperaturen erreicht und das Auge keine ausreichend schnelle Schutzreaktion hat.

Was bedeutet CI beim Schuh?

Kälteisolierung des Sohlenaufbaus. Im Tiefkühlbereich ist das der Unterschied zwischen kalten und warmen Füßen, ein wärmender Schaft ist damit nicht gemeint.

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