Berufe

PSA in Pflege und Klinik

Hygiene, Feuchtarbeit, langes Stehen

Pflege und Klinik: Stationsflur mit Handschuhspender und Kasacks
Pflege und Klinik: typisches Arbeitsumfeld. (Symbolbild, KI-generiert)

Kurz gesagt

In Pflege und Klinik steht nicht die Mechanik im Vordergrund, sondern Hygiene und Haut: Einmalhandschuhe gegen Keime und Desinfektionsmittel, Schutzkittel bei Kontaminationsgefahr, Atemschutz bei luftübertragenen Erregern und Berufsschuhe mit rutschhemmender Sohle. Der Kasack selbst ist Berufskleidung, keine Schutzkleidung.

Wer in der Pflege arbeitet, trägt selten schwere Ausrüstung, aber fast ununterbrochen Handschuhe und steht die ganze Schicht. Genau daraus entstehen die typischen Belastungen: Hautschäden durch Feuchtarbeit und Beschwerden an Füßen und Rücken.

Das Arbeitsumfeld

  • häufiger Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Keimen
  • Desinfektionsmittel und Reinigungschemie
  • nasse, glatte Böden in Bad und Stationsflur
  • langes Stehen und Gehen, Heben und Umlagern

Gefährdung, Ausrüstung, Norm

GefährdungZoneAusrüstungNorm
Keime, KörperflüssigkeitenHändeEinmalhandschuhe mit Prüfung gegen MikroorganismenEN ISO 374-1
Desinfektions- und ReinigungsmittelHändeChemikalienschutzhandschuhe nach SicherheitsdatenblattEN ISO 374-1
Kontamination der KleidungOberkörperSchutzkittel oder Schürze über dem Kasack—
Luftübertragene ErregerAtemwegeAtemschutz nach Hygieneplan—
Rutschen auf nassen FlurenFüßeBerufsschuh mit Rutschhemmung, geschlossene FerseEN ISO 20347

Welche Schutzklasse am Schuh

Üblich ist O2 oder O1 mit SR: Keine Gefahr durch herabfallende Lasten, aber nasse Böden und lange Wege; ein leichter Berufsschuh mit geschlossener Ferse ist die übliche Wahl, Clogs ohne Fersenriemen sind es nicht. Welche Klasse im Betrieb gilt, legt die Gefährdungsbeurteilung fest.

Werkzeug

Wähle aus, was an deinem Arbeitsplatz vorkommt – das Werkzeug ordnet die passende Klasse nach EN ISO 20345:2022 zu.

Sicherheitsschuh-Finder öffnen

Worauf es in diesem Umfeld ankommt

Handschuhe schützen in der Pflege in zwei Richtungen: die Pflegekraft vor Keimen und Chemie, die Patientinnen vor Übertragung. Deshalb wird nach jedem Kontakt gewechselt und dazwischen desinfiziert, nicht mit denselben Handschuhen weitergearbeitet.

Dichte Handschuhe belasten die Haut. Wer über Stunden Einmalhandschuhe trägt, arbeitet nach den Regeln zur Feuchtarbeit; ein Hautschutzplan mit Schutz, Reinigung und Pflege gehört deshalb zur Grundausstattung.

Der Kasack ist Berufskleidung. Er wird vom Betrieb aufbereitet, weil Hygieneanforderungen gelten, schützt aber nicht im Sinne einer Norm. Wo Schutz nötig ist, kommt der Kittel darüber.

Kleidung im Alltag

Kurze Ärmel sind in vielen Einrichtungen Vorgabe, weil die Unterarme frei desinfizierbar sein müssen. Wer friert, trägt auf dem Flur eine Jacke, nicht am Bett einen langärmligen Kasack.

Schmuck, Ringe und Uhren an Händen und Unterarmen sind in der Patientenversorgung in der Regel untersagt, weil darunter Keime und Feuchtigkeit bleiben.

Was oft schiefgeht

Der häufigste Fehler ist der Handschuh, der zu lange getragen wird: von Patient zu Patient, vom Bad an den Medikamentenwagen. Er schützt dann niemanden mehr, sondern verteilt.

Der zweite ist fehlende Hautpflege. Risse und Rötungen sind die Vorstufe eines Ekzems, und sie entstehen schleichend. Wer früh reagiert, verhindert eine Erkrankung, die Monate braucht.

Unterweisung und Ausbildung

Unterwiesen wird zum Hygieneplan und zu den Handschuhen: welcher Typ wofür, wann gewechselt wird, wie ausgezogen wird. Die Unterweisung wird jährlich wiederholt.

Bei Atemschutz gehört eine praktische Übung zum Dichtsitz dazu, weil eine undichte Maske im Ernstfall nicht auffällt.

Worauf du beim Kauf achtest

Beim Einmalhandschuh entscheidet die Prüfung, nicht die Farbe: Für Keime braucht es die Prüfung gegen Mikroorganismen, für Desinfektionsmittel die Durchbruchzeit für genau dieses Mittel.

Beim Schuh zählen Gewicht, Dämpfung und die geschlossene Ferse mehr als eine Zehenkappe. Ein Berufsschuh nach EN ISO 20347 ist hier meist die richtige Norm.

Pflege und Austausch

Kasacks und Hosen werden über den Betrieb oder einen Dienstleister aufbereitet, nicht in der Haushaltsmaschine, wo Hygieneanforderungen gelten.

Schuhe mit abwischbarem Obermaterial lassen sich desinfizieren; Textilschuhe sind dafür ungeeignet.

Schutzkleidung oder Berufskleidung?

Trägt ein Kleidungsstück eine Schutznorm, ist es persönliche Schutzausrüstung: Der Betrieb stellt sie und trägt die Kosten (§ 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz). Ohne geprüfte Schutzfunktion ist es Berufskleidung, dann zählen Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Häufige Fragen

Brauchen Pflegekräfte Sicherheitsschuhe?

In der Regel nicht, weil keine Gefahr durch herabfallende Lasten besteht. Üblich sind Berufsschuhe mit rutschhemmender Sohle und geschlossener Ferse.

Ist der Kasack Schutzkleidung?

Nein. Er ist Berufskleidung mit Hygieneanforderungen. Wo Schutz nötig ist, kommt ein Kittel darüber.

Wer bezahlt Handschuhe und Hautschutz?

Der Betrieb, weil beides zu den Schutzmaßnahmen gehört.

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