Berufe

PSA in Schreinerei und Tischlerei

Holzstaub, Lärm, Maschinen

Schreinerei: Formatkreissäge mit Absaugung und Gehörschutz
Schreinerei und Tischlerei: typisches Arbeitsumfeld. (Symbolbild, KI-generiert)

Kurz gesagt

In der Schreinerei stehen Holzstaub, Lärm und Maschinen im Vordergrund: Absaugung an jeder Maschine, Atemschutz mindestens FFP2 bei Schleifarbeiten, Gehörschutz an Säge und Hobel, Schutzbrille und Sicherheitsschuhe. Handschuhe sind an vielen Maschinen verboten, weil sie erfasst werden können.

Holz wirkt freundlich, aber sein Staub ist es nicht. Bestimmte Holzstäube gelten als krebserzeugend, und Kreissäge und Hobel gehören zu den lautesten Maschinen im Handwerk.

Das Arbeitsumfeld

  • Holzstaub beim Sägen, Fräsen und Schleifen
  • Lärm an Kreissäge, Hobel und Fräse
  • schnell laufende Werkzeuge mit Rückschlaggefahr
  • Lacke, Beizen und Leime in der Oberflächenbehandlung

Gefährdung, Ausrüstung, Norm

GefährdungZoneAusrüstungNorm
HolzstaubAtemwegeAbsaugung, zusätzlich Atemschutz mindestens FFP2 beim Schleifen—
LärmOhrenGehörschutz nach Lärmpegel—
Späne und SplitterAugenSchutzbrille—
Herabfallende Platten und HölzerFüßeSicherheitsschuh S1P oder S3EN ISO 20345
Lacke und LösemittelHändeChemikalienschutzhandschuhe nach SicherheitsdatenblattEN ISO 374-1

Welche Schutzklasse am Schuh

Üblich ist S1P oder S3: Schwere Platten und Holzreste am Boden, aber meist trockene Werkstatt; S1P genügt dort häufig, auf Montage mit Baustelle ist S3 die sicherere Wahl. Welche Klasse im Betrieb gilt, legt die Gefährdungsbeurteilung fest.

Werkzeug

Wähle aus, was an deinem Arbeitsplatz vorkommt – das Werkzeug ordnet die passende Klasse nach EN ISO 20345:2022 zu.

Sicherheitsschuh-Finder öffnen

Worauf es in diesem Umfeld ankommt

Hartholzstäube wie Eiche und Buche gelten als krebserzeugend. Deshalb steht die Absaugung an erster Stelle, und Atemschutz ergänzt sie beim Schleifen und Reinigen, statt sie zu ersetzen.

Handschuhe sind an Kreissäge, Fräse und Bohrmaschine oft verboten, weil sie vom Werkzeug erfasst werden können. Das steht in der Betriebsanweisung der Maschine.

Zum Reinigen der Werkstatt wird gesaugt, nicht gefegt oder abgeblasen. Druckluft wirbelt genau den feinen Staub auf, den die Absaugung vorher erfasst hat.

Kleidung im Alltag

Eng anliegende Kleidung ohne lose Bänder, Ärmel geschlossen oder eng gebündelt. Weite Ärmel sind an Maschinen ein Einzugsrisiko.

Kleidung mit viel Holzstaub wird nicht ausgeschüttelt, sondern abgesaugt und gewaschen.

Was oft schiefgeht

Der häufigste Fehler ist der Gehörschutz, der nur bei langen Schnitten getragen wird. Lärmschäden summieren sich über jeden kurzen Einsatz.

Der zweite ist das Abblasen mit Druckluft am Feierabend. Es verteilt den Staub in der ganzen Werkstatt und in der Atemluft.

Unterweisung und Ausbildung

Unterwiesen wird an jeder Maschine zur Betriebsanweisung, zu Schutzeinrichtungen und zum Verhalten bei Rückschlag. Die Unterweisung wird jährlich wiederholt.

Für Atemschutz gehört eine Übung zum Dichtsitz dazu, besonders bei Bartträgern, weil der Sitz dann nicht zuverlässig ist.

Worauf du beim Kauf achtest

Beim Atemschutz reicht für Holzstaub meist FFP2; bei Hartholz und langen Schleifarbeiten kann FFP3 nach Gefährdungsbeurteilung sinnvoll sein.

Beim Gehörschutz zählt, dass er getragen wird: Kapseln für häufiges Auf- und Absetzen, Stöpsel für lange durchgehende Arbeiten.

Pflege und Austausch

Gehörschutzstöpsel sind oft Einweg, Kapselgehörschutz wird regelmäßig gereinigt und die Dichtkissen ersetzt, wenn sie hart werden.

Schutzbrillen werden trocken gereinigt, nicht mit Holzstaub auf der Scheibe gewischt, weil der die Oberfläche zerkratzt.

Schutzkleidung oder Berufskleidung?

Trägt ein Kleidungsstück eine Schutznorm, ist es persönliche Schutzausrüstung: Der Betrieb stellt sie und trägt die Kosten (§ 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz). Ohne geprüfte Schutzfunktion ist es Berufskleidung, dann zählen Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Häufige Fragen

Welche Maske brauche ich für Holzstaub?

Mindestens FFP2, bei Hartholz und langen Schleifarbeiten nach Gefährdungsbeurteilung auch FFP3. Absaugung geht vor.

Darf ich an der Kreissäge Handschuhe tragen?

In der Regel nicht, weil sie erfasst werden können. Maßgeblich ist die Betriebsanweisung.

Welche Schuhe passen in die Schreinerei?

Meist S1P in der Werkstatt, S3 bei Montage auf der Baustelle.

Weitere Berufsumfelder