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PSA im Holzbau

Absturzgefahr und Kettensäge in einer Person

Zimmerer und Holzbau: Arbeit am Dachstuhl mit Auffanggurt und Helm
Zimmerer und Holzbau: typisches Arbeitsumfeld. (Symbolbild, KI-generiert)

Kurz gesagt

Der Holzbau ist das einzige Umfeld, in dem Absturzsicherung und Kettensäge gleichzeitig gebraucht werden. Typisch sind deshalb ein Auffanggurt mit Falldämpfer, ein Helm mit Kinnriemen, Schnittschutz an Bein und Fuß für die Sägearbeit und Sicherheitsschuhe S3.

Auf dem Dachstuhl trifft zusammen, was sonst getrennt vorkommt: Man steht hoch, bewegt sich auf schmalen Sparren und führt dabei eine Maschine, die in Sekundenbruchteilen tief schneidet. Schnittschutzhose und Auffanggurt gleichzeitig zu tragen, ist ein eigenes Passform-Thema.

Das Arbeitsumfeld

  • Arbeiten in Höhe auf Sparren, Pfetten und Schalung
  • Kettensäge und Handkreissäge im Freien
  • wechselnde Witterung, nasses und glattes Holz
  • schwere Bauteile, Kranlasten, Abbundplatz

Gefährdung, Ausrüstung, Norm

GefährdungZoneAusrüstungNorm
Absturz vom Dachstuhl oder von der SchalungKörperAuffanggurt mit Falldämpfer und Anschlagpunkt—
Kettensägenschnitt am BeinBeineSchnittschutzhose mit geprüfter FormEN ISO 11393-2
Kettensägenschnitt am FußFüßeSchnittschutz-Sicherheitsschuh nach EN ISO 17249EN ISO 20345
Herabfallende Teile, Anstoßen am SparrenKopfHelm mit Kinnriemen, bei Absturzgefahr Bergsteigerform—
Lärm von Säge und AbbundanlageGehörGehörschutz passend zum Pegel—
Splitter, raue Kanten, NägelHändeMontagehandschuh mit SchnittschutzstufeEN 388

Welche Schutzklasse am Schuh

Üblich ist S3, bei Sägearbeit mit Schnittschutz: Nägel in der Schalung machen den Durchtrittschutz zur Pflicht; wer mit der Kettensäge arbeitet, braucht zusätzlich den Schnittschutz nach EN ISO 17249, und der steckt nicht in jedem S3-Schuh. Welche Klasse im Betrieb gilt, legt die Gefährdungsbeurteilung fest.

Werkzeug

Wähle aus, was an deinem Arbeitsplatz vorkommt – das Werkzeug ordnet die passende Klasse nach EN ISO 20345:2022 zu.

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Worauf es in diesem Umfeld ankommt

Schnittschutzhose und Auffanggurt behindern sich gegenseitig, wenn beides nicht aufeinander abgestimmt ist. Die Beinschlaufen des Gurts liegen genau dort, wo die Hose am dicksten ist. Wer beides trägt, braucht eine Hose in Forstform und einen Gurt mit ausreichend verstellbaren Schlaufen, sonst sitzt am Ende keines von beidem richtig.

Der Helm ist hier nicht der klassische Bauhelm. Ein Industrieschutzhelm ohne Kinnriemen fällt beim Sturz vom Kopf, bevor er wirkt. Im Holzbau ist deshalb ein Modell mit Kinnriemen üblich, oft in Bergsteigerform, weil es seitliche Stöße besser aufnimmt.

Schnittschutz im Schuh ist eine eigene Norm. EN ISO 17249 beschreibt Sicherheitsschuhe mit Schutz gegen Kettensägenschnitte und unterscheidet Klassen nach der Kettengeschwindigkeit, gegen die geprüft wurde. Ein gewöhnlicher S3-Schuh hat diesen Schutz nicht.

Kleidung im Alltag

Weite Jacken und lose Bänder sind an der Säge gefährlich. Arbeitsjacken im Holzbau sitzen eng am Arm und haben keine flatternden Abschlüsse.

Auf dem Dach zählt Bewegungsfreiheit mehr als Polsterung. Zu dicke Kleidung macht das Steigen unsicher.

Was oft schiefgeht

Der häufigste Fehler ist der Gurt, der zwar getragen, aber nirgends eingehängt wird. Ohne Anschlagpunkt ist er ein Kleidungsstück.

Der zweite ist die Schnittschutzhose, die nur für den Zuschnitt angezogen wird. Die meisten Kettensägenverletzungen passieren bei kurzen, ungeplanten Schnitten.

Unterweisung und Ausbildung

Unterwiesen wird zur Absturzsicherung: Anschlagpunkt beurteilen, Verbindungsmittel kürzen, Rettung aus dem Gurt planen. Hängen im Gurt ist selbst eine Gefahr.

Dazu die Kettensäge: Sägekettenbremse prüfen, Rückschlag kennen, Schnittschutz vollständig tragen.

Worauf du beim Kauf achtest

Beim Gurt entscheidet, wie schnell er anzulegen ist. Ein Gurt mit Automatikschnallen wird morgens angezogen und bleibt an; einer mit Fummelverschlüssen landet im Werkzeugkasten.

Beim Schuh zuerst klären, ob Kettensägenschutz gebraucht wird. Danach Durchtrittschutz und Profil, weil auf dem Dach oft Schalung und Lattung betreten wird.

Pflege und Austausch

Auffanggurte werden vor jedem Einsatz sichtgeprüft und nach Bedarf, mindestens alle zwölf Monate, von einer sachkundigen Person geprüft; nach einer Sturzbelastung wird der Gurt gesperrt, bis eine sachkundige Person ihn freigibt.

Schnittschutzhosen dürfen nicht geflickt werden. Die Schutzwirkung steckt in der Faserlage, und eine Naht hindurch zerstört sie.

Schutzkleidung oder Berufskleidung?

Trägt ein Kleidungsstück eine Schutznorm, ist es persönliche Schutzausrüstung: Der Betrieb stellt sie und trägt die Kosten (§ 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz). Ohne geprüfte Schutzfunktion ist es Berufskleidung, dann zählen Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Häufige Fragen

Welche Norm gilt für Schnittschutzschuhe?

EN ISO 17249, Sicherheitsschuhe mit Schutz gegen Kettensägenschnitte. Die Klasse richtet sich nach der Kettengeschwindigkeit, gegen die geprüft wurde; sie steht in der Herstellerinformation.

Warum braucht der Helm im Holzbau einen Kinnriemen?

Weil er sonst beim Sturz vom Kopf fällt, bevor er schützen kann. Ein Industrieschutzhelm ohne Riemen ist für Arbeiten mit Absturzgefahr nicht gedacht.

Kann man Schnittschutzhose und Auffanggurt zusammen tragen?

Ja, aber beides muss abgestimmt sein. Die Beinschlaufen liegen über der dicksten Stelle der Hose, deshalb braucht der Gurt ausreichend Verstellweg.

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