Berufe

Hautschutz im Friseurhandwerk

Hände statt Füße: der ganze Schutz liegt an der Haut

Friseurhandwerk: Färbearbeit mit Einmalhandschuhen im Salon
Friseurhandwerk: typisches Arbeitsumfeld. (Symbolbild, KI-generiert)

Kurz gesagt

Das Friseurhandwerk ist das einzige Umfeld hier, in dem Schuhe und Kopfschutz praktisch keine Rolle spielen. Der gesamte Schutz liegt an den Händen: Einmalhandschuhe beim Färben, Blondieren und Waschen, dazu ein Hautschutzplan gegen die Feuchtarbeit.

Die Berufskrankheit dieses Handwerks ist das Handekzem, und es entsteht nicht durch einen Unfall, sondern durch die Summe aus Wasser, Shampoo und Oxidationsmitteln über Monate. Wer früh konsequent Handschuhe trägt, bleibt im Beruf.

Das Arbeitsumfeld

  • Feuchtarbeit beim Waschen über viele Stunden
  • Oxidationshaarfarben, Blondiermittel, Dauerwellflüssigkeit
  • Aerosole beim Anmischen von Blondierpulver
  • langes Stehen auf glattem, oft nassem Boden

Gefährdung, Ausrüstung, Norm

GefährdungZoneAusrüstungNorm
Haarfarben, Blondiermittel, DauerwelleHändeEinmalhandschuhe mit ChemikalienprüfungEN ISO 374-1
Feuchtarbeit beim WaschenHändeHandschuh plus Hautschutzplan mit Pflege—
Aerosole beim Anmischen von BlondierpulverAtemwegeAnmischen mit Absaugung oder Maske—
Spritzer beim AnmischenAugenSchutzbrille beim Umgang mit Konzentraten—
Nasser, glatter Boden am WaschplatzFüßeGeschlossener Schuh mit RutschhemmungEN ISO 20347
Chemikalien auf der KleidungOberkörperChemikalienbeständige Schürze—

Welche Schutzklasse am Schuh

Üblich ist O1 oder O2 mit Rutschhemmung: Herabfallende Lasten gibt es im Salon nicht, nasse Böden und acht Stunden Stehen dagegen jeden Tag; gefragt sind Dämpfung, geschlossene Form und eine Sohle, die auf nassem Fliesenboden hält. Welche Klasse im Betrieb gilt, legt die Gefährdungsbeurteilung fest.

Werkzeug

Wähle aus, was an deinem Arbeitsplatz vorkommt – das Werkzeug ordnet die passende Klasse nach EN ISO 20345:2022 zu.

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Worauf es in diesem Umfeld ankommt

Latexhandschuhe sind im Friseurhandwerk aus gutem Grund unüblich geworden. Naturlatexproteine können eine Allergie auslösen, die den Ausstieg aus dem Beruf erzwingt; Nitril ist deshalb der Standard und sollte puderfrei sein.

Der Handschuh allein reicht nicht. Unter einem dichten Handschuh staut sich Feuchtigkeit, und die weicht die Haut ebenso auf wie das Wasser draußen. Deshalb gehört ein Hautschutzplan dazu: Schutz vor der Arbeit, schonende Reinigung, Pflege danach – und Handschuhe, die gewechselt statt durchgetragen werden.

Die Reihenfolge ist entscheidend. Ist die Haut erst rissig, dringen Farbstoffe leichter ein, und die Sensibilisierung beschleunigt sich. Rötungen zwischen den Fingern sind das erste Zeichen und der richtige Zeitpunkt zu reagieren, nicht der zum Abwarten.

Kleidung im Alltag

Eine chemikalienbeständige Schürze hält Farbspritzer von der Kleidung und damit von der Haut; Stoffschürzen saugen sie auf und halten sie am Körper.

Kurze Ärmel sind praktisch, aber beim Anmischen von Konzentraten ist ein bedeckter Unterarm die bessere Wahl.

Was oft schiefgeht

Der häufigste Fehler ist der Handschuh, der nur zum Färben angezogen wird. Die Feuchtarbeit beim Waschen schädigt die Haut genauso, nur langsamer.

Der zweite ist Hautpflege erst bei Beschwerden. Pflege wirkt vorbeugend; auf entzündeter Haut kommt sie zu spät.

Unterweisung und Ausbildung

Unterwiesen wird anhand des Hautschutzplans: welches Mittel wann, welcher Handschuh wofür, wann gewechselt wird.

Dazu die Betriebsanweisungen der eingesetzten Produkte, weil Blondiermittel und Haarfarben unterschiedliche Anforderungen stellen.

Worauf du beim Kauf achtest

Nitril, puderfrei, in der richtigen Größe. Ein zu großer Handschuh faltet sich und reißt an der Falte, ein zu enger reißt beim Anziehen.

Beim Schuh auf geschlossene Form, Dämpfung und Rutschhemmung achten. Clogs ohne Fersenriemen sind am nassen Waschplatz die falsche Wahl.

Pflege und Austausch

Einmalhandschuhe sind Einmalprodukte. Ein gewaschener und wiederverwendeter Handschuh trägt die Chemie innen an der Haut.

Die Hände nach der Schicht mit einem Pflegemittel versorgen, nicht nur waschen; Seife entfettet zusätzlich.

Schutzkleidung oder Berufskleidung?

Trägt ein Kleidungsstück eine Schutznorm, ist es persönliche Schutzausrüstung: Der Betrieb stellt sie und trägt die Kosten (§ 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz). Ohne geprüfte Schutzfunktion ist es Berufskleidung, dann zählen Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Häufige Fragen

Warum kein Latex im Salon?

Weil Naturlatexproteine eine Allergie auslösen können, die zum Berufsausstieg zwingt. Nitril, puderfrei, ist der übliche Ersatz.

Brauchen Friseurinnen Sicherheitsschuhe?

In der Regel nicht. Es fallen keine schweren Lasten; gefragt sind geschlossene Schuhe mit rutschhemmender Sohle.

Was gehört in einen Hautschutzplan?

Welches Schutzmittel vor der Arbeit, wie gereinigt wird, welches Pflegemittel danach – und welcher Handschuh für welche Tätigkeit.

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